Deutsche Bank meldet überraschend Gewinn; Betriebsrenten-Kassen geht das Geld aus; und weitere Themen
Das Hauptquartier der Deutschen Bank in Frankfurt am Main (Foto: YANN SCHREIBER/AFP/Getty Images)

Deutsche Bank meldet überraschend Gewinn; Betriebsrenten-Kassen geht das Geld aus; und weitere Themen

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Deutsche Bank überrascht mit Gewinnzuwachs. In den letzten Jahren waren die Probleme immer gr??er geworden, mehrfach hatte das Unternehmen schwere Verluste zu verbuchen. Für das zweite Quartal 2018 waren die Prognosen deshalb sehr zurückhaltend. Nun meldet die Deutsche Bank adhoc einen unerwartet hohen Gewinn: 700 Millionen Euro vor und 400 Millionen Euro nach Steuern. Gründe sind unter anderem Kostensenkungen – so wurde das Personal deutlich reduziert, nicht zuletzt im Investmentbanking. Die Aktie machte nach der Nachricht einen deutlichen Sprung nach oben, der sich allerdings zur Entwicklung im Jahresverlauf nur gering auswirkt. Die endgültigen Quartalsergebnisse gibt es am 25. Juli.

130.000 Betriebsrenten sind akut von Kürzungen bedroht. 2,8 Millionen Deutsche erwarten oder beziehen bereits Betriebsrenten von insgesamt 137 Pensionskassen. Mit 45 davon führt die Finanzaufsicht Bafin derzeit ?intensive Gespr?che“, da das Risiko besteht, dass ihre finanziellen Mittel nicht reichen, um ihre Zusagen weiter voll zu erfüllen. Um Leistungskürzungen zu vermeiden, dringt die Bafin darauf, dass die Kassen frisches Geld nachschie?en. Das ergab eine Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage der Grünen. Grund für die Probleme sind anhaltend niedrige Renditen und die steigende Lebenserwartung. Zehn Kassen mit 130.000 Betroffenen seien aktuell in kritischem Zustand. Welche Anbieter das sind, ist derzeit nicht bekannt.

Thyssenkrupp verliert seinen Aufsichtsratschef. Ulrich Lehner wird zum Monatsende sein Mandat niederlegen und aus dem Aufsichtsrat ausscheiden. über eine Nachfolge soll in Kürze entschieden werden. Lehner nannte das fehlende Vertrauen der gro?en Aktion?re als Grund für seinen Rücktritt. Es ist der zweite Abgang in wenigen Wochen: Anfang Juli l?ste CEO Heinrich Hiesinger seinen Vertrag auf – nur wenige Tage, nachdem Thyssenkrupp sein europ?isches Staatgesch?ft mit Tata Steel fusioniert hatte. Grund für die Führungskrise ist ein Streit mit Investoren: Vor allem dem schwedischen Finanzinvestor Cevian Capital reichen die Umbaubemühungen des Konzerns nicht, Lehner hatte sich jedoch gegen eine Zerschlagung von Thyssenkrupp ausgesprochen.

Steigende Mieten schrecken vor einem Umzug ab. In vielen deutschen St?dten sind die Preise für Wohnraum extrem gestiegen. Mit dem Projekt #MeineMiete wollte die Süddeutsche Zeitung erfahren, welche sozialen Folgen das hat. 57.000 Menschen haben bei der Umfrage mitgemacht. Zu erwarten war das Ergebnis, dass besonders Geringverdiener und Alleinerziehende extrem belastet sind. Deutlich wird aber auch: Paare ziehen nicht zusammen, Kinder nicht aus, Familien bleiben in zu kleinen, Alleinstehende in zu gro?en Wohnungen, weil eine Alternative zu teuer w?re. Die hohen Mieten etwa in München bremsen die Attraktivit?t der Stadt für Firmen und Fachkr?fte. Immobilienbesitzer dagegen freuen sich über die Renditesteigerung (Paywall).

Chinesen investieren in Europa haupts?chlich in deutsche Unternehmen. 15 Milliarden Euro gaben chinesische Firmen im ersten Halbjahr 2018 für übernahmen und Beteiligungen in Europa aus. 10 Milliarden davon entfielen auf Deutschland. Das ermittelte die Unternehmensberatung Ey. Besonders bei Hightech-Firmen und Energieversorgern gibt es politische Bedenken und die Sorge vor einem Ausverkauf von Know-how. Die Spannungen mit den USA verbessern allerdings die Position der chinesischen Investoren. Donald Tusk, Pr?sident des Europ?ischen Rats, und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker haben soeben in Peking mit dem Ministerpr?sidenten Li Keqiang gesprochen. Zu den Themen geh?rten unter anderem künftige Abkommen über Handel und Investitionen.

Idee des Tages: Superstars allein reichen nicht für den Erfolg eines Unternehmens, sagt Alexander Thiel, HR Communicator bei der Allianz. Aus dem Abschneiden vieler Favoriten bei der Fu?ball-WM k?nne man lernen, dass Teamgeist und Leidenschaft individueller Klasse überlegen sind.

“Wichtig sind echt authentische Teamleader, denen man aus überzeugung folgt und nicht, weil sie durch Eigenschaften wie dem h?chsten Marktwert oder alten Verdiensten in ihre Position gekommen sind.”

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Matthias Huber, Sara Weber und Gabriele Lange

Titelbild: Das Hauptquartier der Deutschen Bank in Frankfurt am Main (Foto: YANN SCHREIBER/AFP/Getty Images)

Florian Schulz

Das Leben ist der beste Lehrer.

6 年

Sch?n das es China wenigstens gut geht. Kaufen Anteile nach Anteile, naja irgendwer muss ja profitieren von der Arbeitskraft.

Ralf S.

Gesellschafter / Shareholder Hashtag #17

6 年

Solange das Finanzsystem ausschlie?lich weiterhin auf Verschuldung und Verzinsung aufgebaut ist nimmt das Elend seinen Lauf

Andreas Hofmann

Inspire, Innovate, Transform

6 年

Das Thema der steigenden Mieten entwickelt sich tats?chlich zu einem ?konomischen Problem, dem zur Zeit keiner wirklich Einhalt gebieten kann. Ich wohne seit 10 Jahren in einer 4-Zimmer Wohnung im Frankfurter Raum und würde aktuell für eine vergleichbare Wohnung im Raum Frankfurt ca. 50% mehr Kaltmiete bezahlen. Demenstprechend schwierig wird es in Zukunft werden für Unternehmen in Metropolregionen, Mitarbeiter zu rekrutieren die nicht schon im Einzugsgebiet sesshaft sind. Für diejenigen die bereits dort wohnen ist eine Anpassung an eine ver?ndernden Familiensituation bei gleichem Arbeitgeber ebenfalls hoffnungslos. Einen wirklichen Plan diese Entwicklung auf zuhalten habe ich nicht, h?chstens ein paar Ideen wie: a) den Anteil staatlicher und st?dtischer Bauprogramme zu erh?hen um ein Gegengewicht zu den Investmentgesellschaften zu bilden. Letztere bauen n?mlich vorzugsweise upper class Wohnungen, die ohnehin nur einen geringen Marktanteil darstellen aber eben lukrativer sind als mittelstandsfinanzierbarer Wohnraum. b) Unternehmen Anreize zu bieten, Wohnraum zu schaffen um diesen an ihre Mitarbeiter weiter zu vermieten. Entsprechend positive Beispiel gibt es hier bereits, wo Mieter sogar weiter in diesen Wohnungen wohnen k?nnen auch wenn Sie nicht mehr in dem entsprechenden Unternehmen arbeiten. c) zus?tzlich sollten Spekaulationsgesch?fte auf Immobilien in Ballungsr?umen st?rker besteuert werden. Dort wo die Nachfrage entsprechend hoch ist, darf nicht überzogene Preispolitik stattfinden, die entgegen dem Allgemeinwohl in der Region driftet. Eine Gesellschaft lebt von allen Schichten, auch wenn einige besserverdienende das manchmal anders sehen mit der Tendenz zur Klassenisolation.

Christel-Silvia Fischer

DER BUNTE VOGEL ?? Internationaler Wissenstransfer - Influencerin bei Corporate Influencer Club | Wirtschaftswissenschaften Universit?t Münster

6 年

Vielen Dank an das Redaktionsteam??

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